Meta Typing Club im Schulalltag: Von der Klasse bis zum Bericht

Ein Tastaturprogramm funktioniert im Schulalltag, wenn drei Abläufe ohne Umwege klappen: die Schule legt Klassen und Konten an, die Lernenden üben die Tasten in fester Reihenfolge, und die Schulleitung sieht die Ergebnisse pro Klasse. Vor der Entscheidung zählen deshalb vier Fragen: Wer legt Konten an, wer sieht welche Daten, was braucht die Technik, und was verlangt der Datenschutz?
Kurz gesagt: Lernende werden einzeln oder per CSV-Datei angelegt, ohne E-Mail-Adresse. Lehrkräfte vergeben Aufgaben aus Lektionen, das Schulpersonal sieht im Reiter „Berichte“ Tempo, Genauigkeit und Lektionen pro Klasse. Eine Anbindung an Schulportale gibt es nicht. Die Lektionen des deutschen Kurses folgen der QWERTZ-Tastatur; vor dem Einsatz mit Klassen sollte die Schule einen Auftragsverarbeitungsvertrag anfragen und die Speicherung in den USA mit ihren Datenschutzbeauftragten klären.
Was muss eine Schulleitung vor dem ersten Einsatz klären?
Eine Vorfrage entscheidet, bevor es um Konten und Berichte geht: Kann die Schule die Speicherung der Daten in den USA verantworten? Das beantworten die Schulleitung und die Datenschutzbeauftragten der Schule oder des Schulträgers gemeinsam; was dafür vorliegen muss, steht im Abschnitt zum Datenschutz weiter unten.
Der deutsche Kurs umfasst 561 Lektionen in 12 Kursabschnitten für die deutsche QWERTZ-Tastatur, eine Zuordnung der Lektionen zu einem Lehrplan gibt es nicht. Warum sich Tastaturschreiben überhaupt lohnt, beschreibt unser Beitrag zur Forschungslage beim Tastaturschreiben. Für die Verantwortung gilt ein Grundsatz, den die Orientierungshilfe der Datenschutzaufsichtsbehörden zu Lernplattformen schon 2016 formuliert hat: Die Schule bleibt „Herrin der Daten“; dass sie auch unter der DSGVO die verantwortliche Stelle ist, bestätigt die Aufsicht in Niedersachsen (siehe Abschnitt zum Datenschutz).
Wie legt die Schule Klassen und Konten für Lernende an?
Ein Konto für ein Kind braucht drei Angaben: Vorname, Nachname und Übungssprache. Benutzername und Passwort erzeugt die Website selbst, eine E-Mail-Adresse ist nicht nötig, und ein Geburtsdatum wird nicht abgefragt. Schulkonten für Kinder legen die Rollen „Schulinhaberschaft“ (sie hat, wer das Schulkonto angelegt hat) und „Schul-Admin“ im Reiter „Personen“ an: einzelne Kinder mit „Lernende hinzufügen“, ganze Klassen mit „Lernende importieren“ und einer CSV-Datei, die sich aus jeder Tabellenkalkulation speichern lässt. Englische Spaltennamen wie firstName, lastName oder className erkennt das Programm von selbst; heißen die Spalten anders, ordnen Sie sie im Schritt „Spalten zuordnen“ zu. Nur der Vorname ist erforderlich, nicht zugeordnete Spalten werden ignoriert, ein Import fasst bis zu 500 Zeilen.
Startet eine Schule am Montag mit einer Testgruppe, sieht der Ablauf ohne Schulportal-Anbindung so aus: CSV-Datei erstellen oder exportieren, importieren, bei abweichenden Spaltennamen zuordnen, „Zugangskarten drucken“. Die Kinder melden sich dann mit Benutzername und Passwort von der Karte an. Das Passwort steht nur in dem Moment auf der Karte, in dem es erzeugt wird; gespeichert wird kein lesbares Passwort. Für eine neue Karte setzt die Schule das Passwort dieses einen Kindes zurück, eine Zurücksetzung für alle gibt es nicht. Kinder, die schon zur Schule gehören, können einer Klasse auch mit deren Einladungscode beitreten („Klasse beitreten“).
Im kostenlosen Tarif School Free gelten für die ganze Schule 3 Lehrkräfte, 3 Klassen und 3 aktive Aufgaben, dazu bis zu 9 Lernende pro Klasse. Das zehnte Kind einer Klasse wird abgewiesen, gelöscht wird nichts. Eine volle Klasse passt deshalb nur in die Testphase oder in einen bezahlten Tarif; in School Free ist ein Test eine Teilgruppe. Ein neues Schulkonto beginnt mit einer Testphase ohne Zahlungskarte, in der die Grenzen von School Pro gelten; ihre Länge nennen wir nicht, bitte erfragen Sie sie beim Anbieter. Danach bleibt die Schule im Tarif School Free. Ein Platz ist eine aktive lernende Person; Lehrkräfte brauchen keinen Platz. Mehr Plätze bieten School Plus (300 Plätze, 250 US-Dollar pro Jahr) und School Pro (1.000 Plätze, 500 US-Dollar pro Jahr); den aktuellen Stand zeigt die Preisseite.
Nur der Vorname ist beim Import Pflicht; Benutzername und Passwort erzeugt die Website.
Was sehen Lehrkräfte und Schulleitung im Bericht?
Eine Lehrkraft erstellt mit „Aufgabe erstellen“ eine Aufgabe aus einer oder mehreren Lektionen, auf Wunsch mit Fälligkeitsdatum. Die Lernenden arbeiten die Lektionen in der vorgegebenen Reihenfolge ab. In der Aufgabe sieht die Lehrkraft pro Kind Namen, Benutzernamen und Fortschritt in Prozent; nach dem Fälligkeitsdatum steht dort „Überfällig“. Die Durchschnittswerte für Tempo und Genauigkeit stehen auf der Karte des einzelnen Kindes, berechnet aus dem besten Ergebnis jeder abgeschlossenen Lektion.
Das Schulpersonal, in der Anwendung die Rollen „Schulinhaberschaft“, „Schul-Admin“ und „Mitarbeitende“, sieht im Reiter „Berichte“ die Schule im Überblick: wie viele Lernende diese Woche und diesen Monat aktiv waren, die durchschnittliche Geschwindigkeit in WPM, die durchschnittliche Genauigkeit, die Lektionen dieses Monats und den Abschluss der Aufgaben. Darunter folgt eine Tabelle nach Klassen, die sich als CSV herunterladen lässt. Eine Zeitraumauswahl gibt es nicht. WPM heißt Wörter pro Minute, ein Wort sind 5 Zeichen.
| Wer | Was diese Person sieht |
|---|---|
| Lernende | Eigene Ergebnisse jeder Lektion mit WPM, Genauigkeit und echter Genauigkeit, eigene Aufgaben |
| Lehrkräfte | Fortschritt pro Aufgabe und Kind in Prozent, Durchschnitt von WPM und Genauigkeit auf der Karte jedes Kindes |
| Schulpersonal (Schulinhaberschaft, Schul-Admin, Mitarbeitende) | Reiter „Berichte“ mit Schulwerten und Tabelle nach Klassen, CSV-Download, Liste „Größte Fortschritte“ |
| Eltern | Durchschnitt von WPM und Genauigkeit des eigenen Kindes im Eltern-Dashboard, sobald das Konto verbunden ist |
Die Liste „Größte Fortschritte“ zeigt die zehn Lernenden mit dem größten Tempozuwachs und ist nur für das Personal sichtbar. Eine Rangliste, die Kinder sehen, gibt es nicht.
Die echte Genauigkeit, die jeden Tastendruck zählt, sieht nur die lernende Person selbst; kein Bericht für Lehrkräfte, Eltern oder Schulleitung zeigt sie.
Was braucht die Schule technisch?
Einen aktuellen Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge, eine Installation ist nicht nötig. Am besten üben Kinder an einem Computer oder Laptop mit echter Tastatur, auch an Chromebooks und Rechnern im Computerraum. Tablets eignen sich nur mit angeschlossener Tastatur, Handys werden nicht empfohlen. Welche Webadressen ein Schulfilter freigeben muss, nennt dieser Beitrag nicht. Fragen Sie das beim Anbieter ab, bevor Sie Chromebooks einrichten, und nennen Sie dabei Gerätetyp und Filterlösung Ihrer Schule; vorab zeigt eine Lektion, die Sie an einem Schulgerät im Schulnetz öffnen, ob etwas blockiert wird.
Die Lektionen folgen dem deutschen QWERTZ-Layout „Deutsch“ unter Windows; „Deutsch (IBM)“ funktioniert ebenso. Chromebooks und Linux zeigen dieselbe deutsche Bildschirmtastatur wie Windows, in Österreich passt das Layout ohne Umstellung. Für Schweizer Tastaturen gibt es keine eigene Ansicht; jedes als ss getippte ß zählt als Fehler. Auf dem Mac wählen die Kinder die Eingabequelle „Deutsch“; diese Ansicht ist noch nicht auf echter Mac-Hardware geprüft. Eine abgeschlossene Lektion, die ohne Internet entsteht, speichert der Browser und sendet sie, sobald die Verbindung wieder steht.
Angemeldete Lernende sehen keine Werbung von Drittanbietern. Im Tarif School Free erscheinen neben der Tastatur Hinweiskarten des Anbieters, und nach jeder siebten abgeschlossenen Lektion kann ein kurzes Video in eigener Sache mit Keeko laufen, bevor die nächste Lektion startet; School Plus und School Pro sind für alle Mitglieder werbefrei.
Was muss die Schule beim Datenschutz klären?
Setzt eine Schule ein Programm eines externen Anbieters ein, verarbeitet dieser die Daten der Kinder in ihrem Auftrag. Artikel 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, der Gegenstand, Dauer, Art der Daten sowie Rechte und Pflichten festlegt. Die Regeln und Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land; die folgenden Eckpunkte stammen aus Niedersachsen und gelten nicht ohne Weiteres für Ihr Land. Die Datenschutzaufsicht in Niedersachsen hält fest, dass die Schule, die eine Lernplattform einsetzt, die verantwortliche Stelle ist, dass Auftragsverarbeiter ihren Sitz im Geltungsbereich der DSGVO haben sollten und dass Schülerdaten nicht in Drittstaaten gehen sollten, solange die Vorgaben des Kapitels V der DSGVO nicht vollständig erfüllt sind.
Bei Meta Typing Club werden die Daten der Lernenden laut Schulvereinbarung in den USA gespeichert und verarbeitet. Die Vereinbarung nennt US-Gesetze (COPPA, FERPA, PPRA); einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO enthält sie nicht, ebenso wenig eine Aussage zum Datenschutzrahmen EU-USA, der seit 10. Juli 2023 gilt und Übermittlungen an teilnehmende US-Unternehmen erlaubt, solange er Bestand hat. Für eine Schule, die der Haltung aus Niedersachsen folgt, kann die Speicherung in den USA deshalb ein Ausschlussgrund sein.
Schulen in der EU wenden sich laut Anlage H vor dem Anlegen eines Schulkontos an den Anbieter, um die Auftragsverarbeitung zu regeln. Die Unterauftragsverarbeiter stehen in Verzeichnis 2 der Schulvereinbarung: Netlify (Hosting der Website), Heroku (Anwendungsserver), MongoDB Atlas (Datenbank), Google (E-Mails an Nutzerinnen und Nutzer der Schule) und Resend (E-Mails mit Anmeldecodes). Die deutsche Fassung der Schulvereinbarung ist eine Übersetzung; maßgeblich ist die englische Fassung. In den Einstellungen legt die Schule fest, wer für die Lernenden zustimmt: die Schule, die Eltern oder, wo das zulässig ist, erwachsene Lernende selbst.
So kann die Anfrage aussehen: eine E-Mail an die in Anlage H genannte Adresse mit Schule, Schulträger und Land, der Bitte um einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO und um eine schriftliche Auskunft, auf welcher Grundlage die Daten in die USA übermittelt werden. Die Freigabe hängt vom Land ab; klären sollten das die Schulleitung und die Datenschutzbeauftragten Ihrer Schule oder Ihres Schulträgers. Das ist keine Rechtsberatung. Unser Rat: „Vor dem Einsatz mit Klassen: einen Auftragsverarbeitungsvertrag beim Anbieter anfragen.“
Klären Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag und die Übermittlung in die USA, bevor die erste Klasse Konten bekommt, nicht danach.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Für ein Konto genügen Vorname, Nachname und Übungssprache; E-Mail-Adresse und Geburtsdatum fragt die Website nicht ab.
- Beim CSV-Import ist nur der Vorname Pflicht, bis zu 500 Zeilen pro Datei.
- Der Reiter „Berichte“ zeigt sechs Schulwerte und eine Tabelle nach Klassen, die sich als CSV herunterladen lässt.
- Die echte Genauigkeit sieht nur die lernende Person selbst, in keinem Bericht für Lehrkräfte, Eltern oder Schulleitung.
- Im Tarif School Free kann nach jeder siebten abgeschlossenen Lektion ein kurzes Video in eigener Sache laufen; dazu kommen Hinweiskarten neben der Tastatur.
Häufige Fragen
Brauchen Kinder eine E-Mail-Adresse?
Nein. Legt die Schule das Konto an, erzeugt die Website Benutzername und Passwort, und die Kinder melden sich damit an. Die Datenschutzerklärung sagt ausdrücklich, dass Kinder nicht nach E-Mail-Adresse, Geburtsdatum oder Telefonnummer gefragt werden.
Gibt es eine Schnittstelle zu Schulportalen?
Nein. Es gibt keine Verbindung zu IServ, Moodle, itslearning, Schulmanager, WebUntis oder Microsoft Teams und keine gemeinsame Anmeldung. Der Mehraufwand liegt beim Anlegen: CSV-Datei erstellen, importieren, bei Bedarf Spalten zuordnen und Zugangskarten drucken, also vier Schritte pro Klasse statt einer Anmeldung über das Schulportal.
Wer sieht die Ergebnisse?
Jedes Kind sieht seine eigenen Ergebnisse, die echte Genauigkeit eingeschlossen. Lehrkräfte sehen den Fortschritt ihrer Aufgaben und die Durchschnittswerte jedes Kindes, das Schulpersonal den Reiter „Berichte“. Eltern sehen Durchschnittswerte, wenn ihr Konto mit dem des Kindes verbunden ist.
Was kostet der Einstieg?
Der Tarif School Free ist kostenlos nutzbar, mit 3 Lehrkräften, 3 Klassen und 3 aktiven Aufgaben für die ganze Schule und bis zu 9 Lernenden pro Klasse; dafür erscheinen Hinweiskarten des Anbieters. Mehr Lernende bieten School Plus für 250 US-Dollar pro Jahr und School Pro für 500 US-Dollar pro Jahr; Schulträger mit mehreren Schulen nutzen „Angebot anfordern“.
Was passiert mit den Daten, wenn die Schule aufhört?
Kündigt eine Schule einen bezahlten Tarif, fällt sie zum Ende des Zeitraums in den Tarif Free zurück; gelöscht wird nichts. Was über die Grenzen von School Free hinausgeht, wird pausiert. Löscht die Schule ihr Schulkonto, lässt es sich laut Schulvereinbarung 90 Tage lang wiederherstellen; die Konten der Lernenden werden innerhalb von 60 Tagen danach gelöscht.
Fazit: Erst die Daten klären, dann die Testgruppe
Ein Tastaturprogramm funktioniert im Schulalltag, wenn Konten schnell angelegt sind, Aufgaben klar verteilt werden und die Schulleitung die Ergebnisse pro Klasse sieht. Unser Vorschlag für die nächsten Wochen: erstens den Auftragsverarbeitungsvertrag anfragen und die Übermittlung in die USA mit den Datenschutzbeauftragten klären, zweitens eine Testgruppe in School Free anlegen, drittens nach einigen Wochen Übung den Bericht im Kollegium besprechen. Nach dem Test entscheiden Sie an drei Punkten: Waren die Konten in angemessener Zeit angelegt, war der Bericht für das Kollegium brauchbar, und liegt die Antwort der Datenschutzbeauftragten vor? Vorab können Sie die Lektionen des deutschen Kurses selbst ansehen und eine davon an einem Schulgerät ausprobieren.
Keekos Tipp: Drucken Sie die Zugangskarten direkt nach dem Import aus, denn nur in diesem Moment steht das Passwort darauf. Für eine spätere Karte müssen Sie das Passwort des Kindes zurücksetzen.
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