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Die erste Tastaturstunde: 45 Minuten mit Grundstellung, f und j

Meta Typing Club9 min read
Die erste Tastaturstunde: 45 Minuten mit Grundstellung, f und j

Wir empfehlen, Kindern die Grundstellung in einer ersten Tastaturstunde beizubringen, in der fast nur zwei Tasten getippt werden: Die Zeigefinger liegen auf f und j, die übrigen Finger ruhen auf d und k, s und l, a und ö. Zuerst kommt die Sitzhaltung, dann das Ertasten der Grundreihe, dann kurze Reihen mit f und j. Das passt gut in 45 Minuten.

Kurz gesagt: Teilen Sie die erste Tastaturstunde in fünf Blöcke: Sitzen (5 Minuten), Finger auflegen (10), f und j tippen (15), Grundstellung wiederfinden (10), Abschluss (5). Getippt werden nur f und j; die anderen sechs Finger lernen ihre Ruheplätze. Ziel der Stunde ist eine sichere Grundstellung, Tempo wird noch nicht gemessen.

Warum lohnt sich eine ganze Stunde für zwei Tasten?

Weil sich die ersten Gewohnheiten an der Tastatur früh festsetzen. Der Leitfaden des Kantons Schwyz hält fest, dass Kinder, die das Zehnfingersystem erst auf der Sekundarstufe I lernen, häufig schon ineffiziente Gewohnheiten mitbringen (Leitfaden Tastaturschreiben, Kanton Schwyz, 2024). Gemeint ist das Adlersuchsystem: suchen, picken, wieder suchen.

Auch die Forschung spricht für einen bewussten Start. Eine britische Studie mit 300 Grundschulkindern kam zu dem Schluss, dass Kinder ausdrücklichen Unterricht im Zehnfingersystem brauchen, um flüssig tippen zu lernen (Connelly, Gee und Walsh 2007). Die Kinder dieser Stichprobe hatten kaum Tastaturunterricht, ihre Werte lassen sich also nicht auf deutsche Klassen übertragen. Die Schlussfolgerung passt trotzdem: Die Grundstellung entsteht nicht nebenbei.

Wenn Ihre Klasse vor allem auf Tablets ohne Tastatur arbeitet, verlegen Sie diese Stunde in den Computerraum. Für die Grundstellung braucht jedes Kind eine echte Tastatur vor sich.

Wie sitzen die Kinder und wo liegen die Finger?

Die Grundstellung beginnt bei den Füßen. Die Broschüre „Richtig sitzen in der Schule“ der Unfallversicherung nennt zwei Prüfpunkte, die jede Lehrkraft in Sekunden kontrollieren kann: Das Kind berührt mit beiden Füßen vollständig den Boden, und bei herunterhängenden Armen liegt die Ellbogenspitze auf Höhe der Tischplatte (GUV-SI 8011, Ausgabe April 1999). Die Broschüre ist alt und stützt sich auf eine Norm von 1981; als schnelle Sichtprüfung reichen die beiden Regeln aber. Passt ein Stuhl nicht, gilt dort außerdem: Ein zu hoher Stuhl ist ungünstiger als ein zu niedriger.

Für die deutsche QWERTZ-Tastatur „Deutsch“ (Deutschland und Österreich) gilt diese Zuordnung:

FingerLinke HandRechte Hand
Zeigefingerfj
Mittelfingerdk
Ringfingersl
Kleiner Fingeraö (das ä liegt gleich rechts daneben)
DaumenLeertasteLeertaste

Für die Grundstellung ist der rechte kleine Finger die Stelle, an der englische Anleitungen in die Irre führen. Auf US-Tastaturen liegt dort ein Semikolon, auf der deutschen Tastatur das ö. Das ö ist der Ankerpunkt; das ä daneben gehört ebenfalls dem kleinen Finger, ist aber kein Ruheplatz. Später tippt derselbe Finger auch ü und ß.

Die acht Grundtasten der deutschen Tastatur sind a, s, d, f und j, k, l, ö; der rechte kleine Finger ruht auf dem ö, nicht auf dem ä.

Wie ist die Stunde aufgebaut?

Fünf Blöcke, und nur einer davon ist längeres Tippen. Unser Vorschlag für 45 Minuten:

  1. Minute 0 bis 5, Sitzen: Stuhlhöhe mit den beiden Prüfpunkten kontrollieren, die Tastatur mittig vor den Körper, den Bildschirm gerade dahinter. Die Hände liegen locker auf dem Tisch.
  2. Minute 5 bis 15, Finger auflegen: Die Kinder suchen mit den Zeigefingern die kleinen Erhebungen auf f und j (prüfen Sie vorher, ob Ihre Schultastaturen sie haben). Dann legen sie die übrigen Finger auf und sprechen mit: „Mittelfinger d und k, Ringfinger s und l, kleiner Finger a und ö.“ Hände heben, wieder auflegen, fünfmal, zuletzt mit geschlossenen Augen.
  3. Minute 15 bis 30, f und j tippen: Jetzt wird getippt, aber nur mit den Zeigefingern. Eine Möglichkeit ist ein langsames Diktat für die ganze Klasse („f, f, j, f, j, j“), danach übt jedes Kind für sich eine Reihe, die nur f und j enthält. Die Augen bleiben dabei auf dem Bildschirm; wer auf die Hände schaut, legt sie kurz neu auf.
  4. Minute 30 bis 40, Grundstellung wiederfinden: ein kurzes Spiel in Paaren. Ein Kind schließt die Augen und legt die Hände auf, das andere prüft, ob beide Zeigefinger auf f und j liegen und der rechte kleine Finger auf dem ö. Dann wird gewechselt.
  5. Minute 40 bis 45, Abschluss: Jedes Kind zeigt einmal ohne Hinsehen auf f, j und ö. Hände ausschütteln, Tastatur zur Seite.

Wenn Sie mit Meta Typing Club arbeiten, entspricht Lektion 1 des deutschen Kurses genau dem dritten Block: Sie übt nur f und j. Die Lektionen 1 bis 4 bleiben bei den Zeigefingern, zuerst allein, später mit der Leertaste. Danach folgen d und k (Lektionen 5 bis 8) sowie s und l (9 bis 12): der Stoff für die zweite und die dritte Tastaturstunde. Bis Lektion 26 kommen die kleinen Finger dazu, zuletzt alle Grundtasten zusammen.

Nicht alle Kinder brauchen für Block 3 gleich lang. Wer früher fertig ist, tippt die Reihe noch einmal ohne Blick auf die Hände; wer f und j noch sucht, tippt nur die halbe Reihe und bekommt beim Auflegen Hilfe. Kinder, die das Zehnfingersystem schon können, prüfen in Block 4 als Erste. Bei einer unruhigen Gruppe teilen Sie Block 3 in zwei kurze Tippphasen.

Von den 45 Minuten sind nur 15 Minuten Tippen mit f und j; der Rest sichert die Grundstellung.

Woran erkennen Sie, dass die Grundstellung sitzt?

Nicht an der Geschwindigkeit. Achten Sie in den letzten zehn Minuten auf vier Zeichen:

  • Das Kind findet f und j mit geschlossenen Augen beim ersten Versuch.
  • Nach jedem Anschlag kehrt der Zeigefinger auf seine Grundtaste zurück.
  • Der rechte kleine Finger liegt auf dem ö und rutscht nicht auf das ä.
  • Der Blick bleibt beim Tippen überwiegend auf dem Bildschirm, nicht auf den Händen: Das ist Ihr Ziel für diese Stunde, kein Blindschreiben um jeden Preis.

Die Umsetzungshilfe des Kantons Basel-Landschaft nennt als Ziel für die Primarstufe die Grundstellung der Finger und 15 Stufen mit 50 Übungseinheiten; eine blinde Beherrschung der Tastatur sei dort ausdrücklich nicht das Ziel, sondern flüssiges Schreiben (Umsetzungshilfe Tastaturschreiben, Basel-Landschaft, 2025). Zum Tempo sagt die Umsetzungshilfe nichts; dass diese erste Stunde kein Tempo misst, ist unsere Entscheidung. Sie ist eine kantonale Hilfe, kein Lehrplantext.

Manche Lehrkräfte halten 15 Minuten mit zwei Tasten für zu eintönig. Die Abwechslung kommt in dieser Stunde über die Form: Diktat, Partnerkontrolle, geschlossene Augen. Neue Tasten in derselben Stunde würden aus unserer Sicht genau das verwässern, was die Kinder mitnehmen sollen.

Ein Kind, das f, j und ö mit geschlossenen Augen findet, hat das Ziel der ersten Stunde erreicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die erste Stunde dauert 45 Minuten in fünf Blöcken: 5, 10, 15, 10 und 5 Minuten.
  • Getippt werden nur 2 Tasten, f und j; die anderen 6 Finger lernen ihre Ruheplätze.
  • Die 8 Grundtasten der deutschen QWERTZ-Tastatur sind a, s, d, f und j, k, l, ö.
  • 2 Sitzregeln aus GUV-SI 8011 (1999): Füße ganz auf dem Boden, Ellbogenspitze auf Höhe der Tischplatte.
  • Im deutschen Kurs von Meta Typing Club übt Lektion 1 nur f und j; die Grundtasten reichen von Lektion 1 bis 26.
  • Basel-Landschaft nennt für die Primarstufe die Grundstellung und 15 Stufen mit 50 Übungseinheiten als Ziel (2025).

Häufige Fragen

Wozu dienen die Fühlpunkte auf f und j?

Sie geben den Zeigefingern Orientierung. Wer die kleinen Erhebungen ertastet, weiß ohne Hinsehen, dass die Hände in der Grundstellung liegen. Prüfen Sie vor der Stunde, ob Ihre Schultastaturen diese Punkte haben. Fehlen sie, hilft ein kleiner Aufkleber auf f und j als Ersatz, den Sie nach einigen Wochen wieder entfernen.

Was tun bei linkshändigen Kindern?

Nichts anderes als bei allen anderen Kindern. Beim Zehnfingersystem arbeiten beide Hände, und die Grundstellung ist für alle dieselbe: a, s, d, f links, j, k, l, ö rechts. Die Lektionen des Kurses folgen ebenfalls dieser einen Grundstellung. Achten Sie darauf, dass beide Zeigefinger nach jedem Anschlag auf ihre Grundtaste zurückkehren.

Wie lange dauert Lektion 1?

Das hängt vom Kind ab, eine feste Minutenzahl nennen wir deshalb nicht. Die Lektion enthält nur f und j. Im Ablauf oben sind 15 Minuten für diesen Block vorgesehen. Ist ein Kind früher fertig, wiederholt es die Lektion oder übt das Auflegen der Hände mit geschlossenen Augen, bis der Block endet.

Ab welcher Klasse ist eine solche Stunde sinnvoll?

In der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ von 2016 haben wir keine Klassenstufe dafür gefunden; die Wörter Tastatur und Zehnfinger kommen in ihr nicht vor (Webfassung der Strategie bei der bpb). Der Kanton Schwyz vermittelt das Zehnfingersystem ab der 4. Klasse. Für Ihre Schule ist das eine Entscheidung im eigenen Medienkonzept; ein mögliches Kriterium ist das Schuljahr, ab dem die Kinder am Gerät eigene Texte schreiben sollen.

Was, wenn ein Kind schon mit zwei Fingern schnell tippt?

Dann rechnen Sie damit, dass es mit der Grundstellung zunächst langsamer werden kann. Der Schwyzer Leitfaden beschreibt genau dieses Problem: Wer spät umlernt, bringt eingeschliffene Gewohnheiten mit. Erklären Sie dem Kind offen, warum Sie trotzdem umstellen, und prüfen Sie in den ersten Wochen nur, ob die Finger auf ihren Tasten bleiben.

Wie geht es nach der ersten Stunde weiter?

Die erste Stunde verankert zwei Tasten und acht Ruheplätze, mehr nicht. Eine Möglichkeit für die Fortsetzung: In der zweiten Stunde kommen d und k dazu, in der dritten s und l, jeweils wieder mit Diktat und Partnerkontrolle. Probieren Sie den Ablauf mit Ihrer Klasse aus und geben Sie den Kindern danach Lektion 1 des deutschen Kurses als kurze Übung mit. Die Methode dahinter beschreibt der Beitrag Wie lerne ich schnell das Zehnfingersystem?, und warum sich der Aufwand für die Schule lohnt, steht in Tastaturschreiben in der Schule: Was die Forschung wirklich belegt.

Keekos Tipp: Lassen Sie die Kinder am Ende der Stunde mit geschlossenen Augen zuerst f und j und dann das ö suchen. Wer alle drei Tasten beim ersten Versuch trifft, hat die Grundstellung für heute geschafft.
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